Japanische Filmbranche

Anime Metropolis

Entwicklung der japanischen Filmbranche

Wenngleich das japanische Kino erst in den späten 60ern des letzten Jahrhunderts mit den zumindest aus heutiger Sicht trashigen Godzilla-Filmen zu weltweiter Bekanntheit gelangte, blickt Japans Filmbranche auf eine lange und überaus facettenreiche Geschichte zurück. Tatsächlich ist die japanische Filmindustrie eine der ältesten überhaupt und somit maßgeblich am weltweiten Siegeszug des Kinos beteiligt. Außerdem inspirierte das japanische Kino von Anfang an die Regisseure der ganzen Welt, sodass alte Hollywoodklassiker sowie viele Kultfilme der Neuzeit auf Werken japanischer Filmemacher basieren.

Die frühen Jahre

Die erste öffentliche Filmvorführung Japans fand bereits am 15. Februar des Jahres 1897 statt. Initiator war der Spinnereibesitzer Katsutaro Inahata. Die folgenden Filmvorführungen fanden zunächst in den sogenannten Kabuki-Theatern statt. Nach nur sechs Jahren wurde 1903 dann das erste Kino in Tokio eröffnet, wobei die dort gezeigten Filme noch immer mit traditionellen Theateraufführungen kombiniert wurden. Ohnehin handelte es sich bei den ersten Filmen um Aufnahmen von Kabuki-Aufführungen. Gegen 1910 avancierte das Kino jedoch zu einer eigenständigen Kunstform, sodass fortan Spielfilme gedreht wurden. Im Gegensatz zu traditionellen Kabuki-Aufführungen wirkten in diesen Filmen auch Frauen mit. Zu dieser Zeit ließen sich japanische Filmemacher stark durch das Kino Hollywoods beeinflussen, weshalb sie sich im Amerika der 20er Jahre den westlichen Filmstil aneigneten. Während japanische Filme lange Zeit sehr facettenreich waren und von leichten Komödien bis hin zu gesellschaftskritischen Werken reichten, wurden in den Kriegsjahren hauptsächlich Kriegs- und Propagandafilme produziert.

Von der Nachkriegszeit bis heute

Bei den ersten Nachkriegsfilmen handelte es sich gewissermaßen ebenfalls um Propagandafilme, da die siegreichen Alliierten Wert auf demokratiefördernde Inhalte legten. Dennoch besaßen japanische Filmemacher eine künstlerische Freiheit, die ihnen während der zuvor herrschende Militärdiktatur verwehrt war. Ohne diese Wende wäre es undenkbar gewesen, dass aufstrebende Regisseure wahre Meisterwerke schaffen, mit denen sie das Publikum und die Kritiker weltweit begeisterten und westliche Filmschaffende inspirierten. So basiert zum Beispiel der Western "Die glorreichen Sieben" auf Akira Kurosawas "Die Sieben Samurai", einer Art Roadmovie zu Zeiten des japanischen Altertums. Auch Quentin Tarantinos "Kill Bill" und unzähligen amerikanischen Horrorfilmen liegen japanische Vorlagen zugrunde. Darüber hinaus ist die japanische Filmbranche für sogenannte Anime-Filme, wie beispielsweise "Akira" oder "Chihiros Reise ins Zauberland", berühmt.

 
 
 

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